Montag, 31. Mai 2010
Luisa S. aus Bonn nennt sich jetzt Ummu Safiyya und lebt bei den Taliban

Deutsche Ex-Beamtin ruft Frauen zum Heiligen Krieg auf

Von JD

Kabul - Früher hieß sie Luisa S.. Sie stammt aus Hessen, wuchs im christlichen Glauben auf. Später wurde sie Verwaltungsbeamtin im Rhein-Sieg-Kreis, wohnte in Bonn-Beuel. Sie heiratete, wurde Mutter eines kleinen Mädchens. Heute nennt sie sich Ummu Safiyya, lebt im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, trägt einen schwarzen Schleier mit einem Sehschlitz und ruft in einer Video-Botschaft zum Heiligen Krieg auf. Die "lieben Schwestern" in ihrer deutschen Heimat sollen es ihr gleichtun, den "trügerischen Luxus" in Deutschland hinter sich lassen, um sich den Taliban-Kämpfern anzuschließen. "Ich werde weiter meine Pflicht im Dschihad erfüllen", sagt sie. Auch für ihre Angehörigen in Deutschland findet Luisa S. ein paar Worte: "Meiner Familie möchte ich sagen: Trauert nicht um mich." Hals über Kopf war Luisa S. zusammen mit ihrer Tochter vor einem Jahr aus Bonn abgereist ­ in den Urlaub, wie sie Bekannten und Verwandten sagte. Doch in Wirklichkeit ging der Trip nach Wasiristan. Für ihren Mann Abu Safiyya, einen gebürtigen Afghanen, eine Reise in den Tod. Er wurde im Oktober bei Gefechten erschossen ­ und im Video von seiner Witwe als Märtyrer verklärt. Sie preist ihn als "Helden und Vorbild." Luisa S. ist kein Einzelfall. Der Verfassungsschutz beobachtet laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" eine wachsende Aktivität von Frauen in der hiesigen Dschihadisten-Szene - wobei die zum Islam übergetretenen Christinnen sich besonders radikal zeigten. "Konvertitinnen, die nicht in der muslimischen Tradition aufgewachsen sind, haben bestimmte Denkverbote über die Rolle der Frau nicht verinnerlicht. Sie sind daher eher bereit, den aktiven Kampf von Frauen im Dschihad zu propagieren", sagt Burkhard Freier, Vize-Chef des NRW-Verfassungsschutzes. Sie würden "in der Brutalität und aggressiven Wortwahl" den Männern nicht nachstehen. Im Internet diskutieren militante Islamistinnen in Foren ("Schwesternräume") über ihre terroristische Gesinnung - zum Beispiel darüber, ob Selbstmordattentate im Islam auch für Frauen zulässig sind. Doch für viele bleibt es nicht beim Wort allei. Es folgt die Tat. Allein aus Berlin gingen in letzter Zeit vier Paare zu den Taliban nach Wasiristan ­ ebenso zehn Islamisten einer Hamburger Gruppe, darunter zwei Frauen. ------------------------------ BU: "Ummu Safiyya" trägt eine Burka, verherrlicht in einem Video ihren toten Mann Abu als Märtyrer. Er starb im Heiligen Krieg.

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Michael Spreng

Der Journalist und Politik-Berater Michael H. Spreng schreibt jeden Freitag im KURIER

Heiner Geißler, Ex-CDU-Generalsekretär im politischen Un-Ruhestand, schreibt jeden Montag im KURIER.

Der Ex-CDU-Generalsekretär im politischen Un-Ruhestand schreibt jeden Montag im KURIER

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