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Los Soldaten, antreten zur "Operation Fledermaus"


ALTENHOF - Ungewöhnlicher Militäreinsatz in ehemaligen NVA-Raketenbunkern bei Altenhof (Barnim) am Werbellinsee: Unter dem "Befehl" eines Biologen a. D. stehen polnische und deutsche Soldaten Schulter an Schulter und machen Front für Fledermäuse. > Um 5 Uhr schrillt der Weckpfiff für 13 Bundeswehrsoldaten aus Gera und ebenso viel Kameraden aus dem polnischen Brzeg (Brieg). Dann geht es in den Wald. Bohren, Spachteln, Zement an Wände werfen, damit sich Fledermäuse festkrallen können: "Wir arbeiten bis zur Dunkelheit", sagt Hauptgefreiter Ronny Giesel (21). Dann klappt er das Visier seiner Schutzmaske herunter und verschweißt Rohre, die polnische Soldaten zugeschnitten haben. Sieben Raketen- und der Mannschaftsbunker auf dem Ex-Militärgelände werden zu Winterquartieren für Fledermäuse umgebaut. "Weil es denen an Wohnungen fehlt", erklärt Gabriel Schwaderer (34), Chef der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Alle 22 mitteleuropäischen Arten seien im Bestand gefährdet. Seit dem 20. Juni sind die Soldaten im Auftrag von Euronatur und des polnische Verbandes "pro Natura" unterwegs, um insgesamt 15 Objekte in beiden Staaten für die Tiere herzurichten. "In Polen waren es sieben Stollen und ein gesprengtes Panzerwerk", sagt Dr. Eugeniusz Nowak, pensionierter Biologe und Leiter des Projekts. Für Oberst Horst Wiesinger habe der "ungewöhnlichen Einsatz" Zweierlei gebracht. Einerseits sei er ein "Fledermausfreund" geworden. "Ich habe viel über die nützlichen Tiere gelernt." Andererseits sei es schon jetzt ein Erfolg, dass "bei der Zusammenarbeit auf ganz kleiner Ebene ein Beitrag zur Völkerverständigung geleistet wurde." mkl

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