Donnerstag, 2. Januar 1997

Fotograf suchte die Spuren der US-Alliierten


BERLIN - "East" (Ost) steht in großen Buchstaben in der Kuppel der Radaranlage auf dem Teufelsberg. Die Beobachter von der US-Army wußten so immer genau, in welche Richtung sie die Antenne drehen mußten". Der Zehlendorfer Fotograf Michael Müller-Monsé (40) entdeckte die Kuppel-lnschrift auf seinen Streifzügen durch die verlassenen Liegenschaften der Amerikaner in Berlin. Zwischen Februar 1995 und Dezember 1996 besuchte er mit seiner Kamera die drei leeren US-Kasernen, das Hauptquartier, die AFN-Studios, das Munitionsdepot und die Radaranlage. "Die Fotos sind Dokumente einer Zwischenzeit: Vom Abzug der US-Streitkräfte im Herbst 1994 bis zum Ausbau ihrer Quartiere für die Bundesbeamten", sagt Müller-Monsé. Er machte rund 200 Schwarz-Weiß -Aufnahmen: ausgeräumte Räume, verrammelte Kasernen-Kirchen, verrostete Hinweisschilder, besenreine Stuben. "Bis auf Ausnahmen, wie das kaputte Kinodach der Mc-Nair-Kaserne, sieht alles tiptop aus" , sagt der Fotograf. Außer einigen Hausmeistern und einer Fuchs-Familie begegnete er keiner Seele. Von Kriegsende bis 1994 waren in Berlin insgesamt rund 500 000 US-Soldaten stationiert. Müller-Monsé stellt die 80 besten Fotos ab Montag im Rathaus Zehlendorf aus, Kirchstraße 1-3. Die Schau dauert bis 24. Januar, ist Mo. bis Fr. von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

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Michael Spreng

Der Journalist und Politik-Berater Michael H. Spreng schreibt jeden Freitag im KURIER

Heiner Geißler, Ex-CDU-Generalsekretär im politischen Un-Ruhestand, schreibt jeden Montag im KURIER.

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