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Erotik hat viele Gesichter


Was macht an? Das gewisse Etwas. Was ist das? Wir geben schöne Beispiele aus der Hauptstadt Sie machen an. Berliner mit Sex-Appeal. Sie verführen durch ihr Aussehen. Menschen, denen wir täglich ins Gesicht schauen und bei denen wir das gewisse Etwas spüren. Auf Straßen, im Büro, in der Bahn, im Fernsehen, in Zeitungen. Frauen und Männer, die Erotik versprühen, Lust, Liebe und Sex verkörpern. Man(n) mag's kaum glauben: Gregor Gysi (53), die PDS-Gallions-Figur, ist so einer. Kein Model-Typ für Hochglanz-Magazine: "Aber er ist ein wenig Macho", sagt Barfrau Isabella (33). "Ein Politiker verkörpert Macht, die macht bekanntlich erotisch." Warum Gysi für Frauen "gefährlich" ist? Er ist schlau, gebildet, sprachgewandt. Viele Frauen glauben, dass er sagt, was er denkt. Gut gekleidet, hat Charme. Listiger Blick, lebhafte Augen - kein Langweiler. Doch der beredte Gysi spricht selten öffentlich über Gefühle. TV-Frau Margarethe Schreinemakers hatte es 1994 nicht leicht, als sie mit ihm über Ost-West-Sex plaudern wollte: "Gysi hat sich mit Angaben zu seinen Emotionen sehr schwer getan", sagte sie. "Er steht auf Frauen, die ihm etwas entgegenzusetzen haben." Wie wär's mit Top-Model Nadja Auermann (29)? Die schönste Berlinerin zieht die Männerblicke magisch an, Star-Fotograf Helmut Newton war von ihr so verzaubert, dass er sie ablichtete. Kein Wunder, sollen doch ihre 1,17 Meter langen Beine die längsten der Welt sein. Das Geheimnis ihres Sex-Appeals: "Ich versuche, glücklich zu sein", sagt die zweifache Mutter, bei der nur echte Schönheit zählt. "Silikon-Busen kommen mir wie Grapefruits vor - und so sehen sie dann auch aus." Mit Lust schauen auch ihr die Menschen zu: Eislauf-Star Katarina Witt (33). Reger Ansturm herrschte 1998 im Internet, als der "Playboy" vorab Nacktfotos von Kati zeigte. Das Heft war ruckzuck ausverkauft. "Das Magazin war über zehn Jahre hinter mir her", erzählt die Eisprinzessin, die nun mit ihrem Liebsten, dem Musikmanager Markus Herrmann (seit drei Jahren zusammen), nach Mitte ziehen will. Probleme mit dem Ausziehen hatte Kati nicht, wuchs sie doch in der DDR auf, wo das Zeigen nackter Tatsachen normal war. "Die Fotos sollten nicht sexistisch oder anstößig sein", sagt Witt. "Klar, man ist nackt, das ist so oder so erotisch. Ich fand die Bilder jedenfalls schön und vor allem kunstvoll." Die Lust am Leben mache sie so erotisch. Sex bestimmt das Leben von Felicitas Weigmann (43). Die käufliche Liebe ist ihr Geschäft. Sie ist Prostituierte, betreibt ein Bordell - das Café "Pssst". Mit 16 der erste Freier, 3000 Männer hat sie bis heute gehabt. "Geld macht geil", gesteht Felicitas Weigmann. "Die Scheine geben mir den erotischen Kick." Aber Berlins bekannteste Hure weiß auch, wie sie Männer zu behandeln hat: "Manmuss sie nur richtig fest anfassen", sagt Weigmann, die einen neuen Laden in Schöneberg sucht, weil sie den jetzigen in Wilmersdorf aufgibt. Aufgeben - das Wort kennt die Bordell-Chefin nicht. Im Kampf gegen die Wilmersdorfer Bezirksverwaltung vorm Verwaltungsgericht erreichte sie für Deutschlands Liebesdamen ein entscheidendes Urteil. "Prostitution ist nicht sittenwidrig", urteilte erstmals ein Richter. Zum ersten Mal denkt Weigmann an echte Liebe, will sich richtig verlieben, hätte immer weniger Lust am bezahlten Sex. Ein liebes Mädchen ist Ariane Sommer (24). Eigentlich. Denn Berlins Party-Girl Nummer eins lässt es auf jeder Promi-Fete knistern und krachen. Veranstalter sollen dafür zahlen, dass die 1,76-Meter-Schönheit bei ihnen auf der Feier auftritt. Mit großem Busen und hauchdünnem Fummel ist sie die beste Werbung für die Berliner Klub-Szene. Aufreizende Pose für das Magazin "GQ": Sie machte die Sommer bundesweit berühmt. Eine "Benimm-Bibel" für Partys hat sie geschrieben, erzählt im "Playboy" über das Berliner Nachtleben, moderiert auf n-tv das Magazin "Lifestyle". Über Sex redet Sommer auch: "Gut im Bett ist, wer sich fallen lässt", sagt sie im aktuellen Heft des Frauen-Magazins "Marie Claire". Und fordert ihre Geschlechtsgenossinnen auf, die noch nie "eine ordentliche Nummer geschoben haben": "Nehmt euch, wenn ihr wollt!" Er könnte Ariane Sommers Vorbild sein: Berlins Playboy Rolf Eden (71). Die Lust auf Sex hat er bis heute nicht verloren. Mit sieben Frauen zeugte Eden sieben Kinder. Über Potenzprobleme braucht er bestimmt nicht klagen: Mit 66 wurde er noch einmal Vater. Sohn David brachte SFB-Moderatorin Katja Künne (36) zur Welt. Der Geschäftsmann (Kudamm-Disko "Big Eden", Immobilien) und die Liebe zum weiblichen Geschlecht: "Ich bin allzeit bereit für Flirts", sagt er, fährt stolz mit seinem Rolls-Royce den Kudamm hoch und runter ("Brauch ich, wie die schönsten Frauen der Welt"), lässt Schönheitsoperationen über sich ergehen und hält sich mit Obst und Gemüse gesundheitlich fit. "Ja, ich bin sehr eitel", gesteht Eden. Charme, Eleganz und Luxus. Er will bei Frauen ankommen (bevorzugt blond, mit den Maßen 90, 60, 90). "Ich mache ihnen Freude, der Ruf als Frauenheld stört mich nicht, empfinde es als Ehre!" Er ist wieder für die Frauenwelt zu haben: Schauspieler Heino Ferch (37, "Der Tunnel"). Er hat die männliche Ausstrahlung, die Frauen sich gerne wünschen. Vor einem Jahr trennte sich seine Partnerin Suzanne von Borsody von ihm. "Je enger eine Beziehung wird, umso schwieriger werden dann das Aufeinander-Zugehen und das Sich-Aussprechen", sagt er. Von Sex, Liebe, Leid kann sie eine Menge erzählen, als Barfrau hört sie viel: TV-Moderatorin Mo Asumang (37), die die Nation mit "Liebe Sünde" aufklärte. Asumang lebt in Kreuzberg, findet: "Hier im Kiez reden die Menschen noch offen über Sex." Ihre Sendung auf ProSieben wurde Kult. Schade, dass der Sender das Magazin einstellte. ENDE

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