Taiji - Das Wasser in der kleinen japanischen Bucht Taiji färbt sich tiefrot. Fischer haben hier eine Gruppe von 20 Tümmlern zusammengetrieben und abgeschlachtet. Und ein Ende des Sterbens ist nicht in Sicht. Denn dass schlimmste Delfin-Schlachten der Welt hat gerade erst angefangen. Es ist eine Jagd die Jahr für Jahr nach dem selben Muster verläuft. Durch Hämmern auf Metallstangen im Meer legen die Fischer den Orientierungssinn der Delfine lahm. Dann kreisen sie die Tiere mit ihren Booten ein und treiben sie in die Bucht, die mit Netzen abgesperrt wird. Zunächst werden Prachtexemplare aussortiert, die für 100 000 Dollar an Delfinarien verkauft werden. Mit Haken, Speeren und Messern stechen die Fischer auf die zusammengepferchten Tiere ein, schneiden ihnen dann die Kehle durch. Das Fleisch landet in Supermarkt-Regalen - für gerade mal 1,50 Euro pro Kilo. "Auch dieses Jahr werden wieder Hunderte Tiere getötet", befürchtet Sandra Altherr von Pro Wildlife. Und das mit Billigung der Regierung. Die Jagd an der Küste unterliegt nicht der Kontrolle der Internationalen Walfangkommission. Aus Protest hat der US-Delfinschützer Ric O'Barry (drehte die Doku "Die Bucht") in Tokio eine Liste mit Unterschriften von 1,7 Millionen Delfinjagd-Gegnern überreicht. Doch das Massaker hat Jahrhunderte alte Tradition. "Die Jagd ist grausam, kann nicht als Teil der japanischen Kultur verklärt werden", so O'Barry. ------------------------------ Forscher warnen Artensterben schlimmer als beim Aussterben der Dinosaurier Täglich sterben auf unserem Planeten 150 Arten aus. Und es könnten noch viel mehr werden. Denn unserer Erde steht ein Artensterben bevor, dessen Ausmaße größer sein könnten als beim Aussterben der Saurier. Dies zeigen Forschungen des US-Paläobiologen John Alroy, die im "Science"-Magazin veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftler stellte Daten von 100 000 Fossiliensammlungen zusammen, um Aufschluss über das Schicksal von Meerestieren zu erlangen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben waren. "Momentan sterben mehr Arten aus als in jeder anderen Epoche", so Alroy. Der Forscher sieht schon dramatische Veränderungen am Meeresboden, da die Balance der dominierenden Arten gestört wird. Verantwortlich dafür sei der Mensch mit dem Einsatz von Pestiziden. "Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur", so Alroy. ------------------------------ BU: Mit Booten werden die Delfine vom offenen Meer aus in die Bucht gejagt (l.). Dort nimmt das Gemetzel seinen Lauf (gr. F.).

