Christopher Quiring war nicht zu bremsen. Wie von der Tarantel gestochen, sprang er von der Bank, eilte mit einer Geschwindigkeit, die Usain Bolt vor Neid hätte erblassen lassen, aufs Feld. Hin zur fernen Eckfahne an der Wuhleseite. Hin zu Björn Jopek, der gerade das 3:1 geschossen hatte. Das Tor aller Glückseligkeit.
Wenige Sekunden zuvor hatte Quiring sich noch ganz anders bewegt. Auffällig langsam. Ein Energie-Kicker musste ihn richtig anschieben, so langsam spazierte Quiring bei seiner geplanten Auswechslung von der einen Seitenlinie zur anderen. Quiring machte alles richtig, wollte wertvolle Zeit schinden.
Drei Treffer, drei Torschützen, drei Punkte: die Union-Troika Christopher Quiring, Björn Jopek und Simon Terodde (von unten).
Foto: City-PressUnd so brachen alle Emotionen bei Jopeks 3:1 aus ihm raus. Eine Beglückwünschung mit Folgen allerdings. Schiri Deniz Aytekin musste ihn verwarnen. Als einmal ausgewechselter Spieler darf man das Spielfeld leider nicht mehr betreten.
Und da für gewöhnlich unnötige Gelbe Karten für Meckern oder Ähnliches eine Zahlung in die Mannschaftskasse zur Folge haben, dürfte Quiring dieser Jubel etwas kosten. „Ist mir egal“, grinste der Lausbub.
Und das kann ihm auch egal sein. Denn der KURIER hat eine gute Nachricht für ihn. „Die Gelbe zahle ich aus eigener Tasche“, meinte Union-Präsident Dirk Zingler. MB
