Dienstag, 24. Mai 2011
Keiler einfach abserviert

Union lässt sein Denkmal Tom Persich im Stich

Von M. Bunkus

Tom Persich als aktiver Union-Kicker
Tom Persich als aktiver Union-Kicker
Foto: imago
Berlin –  

Kampfname Keiler, Rückennummer 33, 321 Spiele für den 1. FC Union! Sein Name ist Persich, Tom Persich! Einer der Aufstiegs- und Pokalhelden von 2001! Ein Eurofighter der legendären Ära von Georgi Wassilew! Seine Trikotnummer sollte nach seinem Abschied 2006 nicht mehr vergeben werden. Doch ausgerechnet jetzt, wo sich das Endspiel gegen Schalke zum zehnten Mal jährt, lässt der 1. FC Union eines seiner Denkmäler im Stich!

Um sein BWL-Fernstudium abschließen zu können, braucht der Keiler noch ein dreimonatiges Praktikum in einer Marketing-Abteilung. Was lag da näher, als bei seinem Klub anzufragen. Zumal er das Praktikum unentgeltlich absolvieren wollte und Union sich ja gern auf seine Werte als „familiärer Klub“ beruft.

Union kompakt

Union sucht Nr. 7000!

Die Eisernen gehen stramm auf die 7.000er-Marke zu. Bislang hat Union genau 6.995 Mitglieder. Garantiert den Köpenickern mindesten 500.000 Euro pro Jahr an Einnahmen!

Der eiserne Sommerfahrplan

13. Juni

Trainingsauftakt

Auch in Schöneiche zeigte Persich (l., hier gegen Benyamina) seine Klasse.
Auch in Schöneiche zeigte Persich (l., hier gegen Benyamina) seine Klasse.
Foto: imago

Doch seine erste Anfrage bei Union wurde abgelehnt, weil im angedachten Zeitraum kein Platz frei sein sollte. Als Persich daraufhin anbot, bis zum Sommer 2012 zu warten, bekam er aus der Geschäftsführung der Köpenicker ein endgültiges Nein!

„Ich bin schon ein bisschen enttäuscht“, meinte der 39-Jährige. „Einen etwas besseren Umgang mit mir hätte ich da schon erwartet“, sagte der gebürtige Hallenser.

Union-Saisonabschlussfeier 2011

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Beecks Saisonfazit

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Auch sportlich muss der Manndecker derzeit einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Germania Schöneiche, wo er seit seinem Abschied aus der Wuhlheide den Abwehrchef gab, will eine Neuausrichtung der Oberliga-Elf über die Bühne bringen. Trainer Dirk Berger will verjüngen. Da sei kein Platz mehr für den Keiler.

Wie es nun weitergeht, steht in den Sternen. „Diese Saison hat ja gezeigt, dass ich in der Oberliga immer noch gut mithalten kann“, meinte der Keiler. Dass Germania phasenweise im Abstiegsstrudel gesteckt hatte, war mehr der Unerfahrenheit der jungen Schöneicher Truppe denn dem Abwehr-Methusalem geschuldet. Körperlich ist Persich trotz seiner 39 Lenze noch voll fit. Geschuldet auch seiner recht asketischen Lebensweise. Ab und zu ein edler Tropfen Roter. Mehr aber auch nicht.

„Ich möchte schon noch ein, zwei Jahre auf diesem Niveau weiter spielen“, sagte der Oldie. Denkbar, dass er jetzt eine Trainer-Lizenz baut. Und dann durch die Hintertür dem Fußball erhalten bleibt.

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