Für einen Moment entglitten Jan Glinker die Gesichtszüge. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. „Du hast ja völlig versagt. Nicht mal ein Tor gemacht. Alle treffen, aber du ...“, wurde ihm entgegengeschmettert.
Noch während dieser Worte kehrte das Lächeln auf sein Lippen zurück. „Ich wollte ja gerne den Elfer machen, aber seit Hötti beim Test in Friedrichshagen versagt hat, dürfen Keeper nicht mehr ran“, scherzte der 28-Jährige über das 20:0 in Annaburg, an dem er einen ziemlichen geruhsamen, um nicht zu sagen langweiligen Nachmittag hatte.
Unions angeschlagene Spieler Björn Kopplin und Daniel Haas radelten mit Physio Hendrik Schreiber. Haas wurde am Montag am Meniskus operiert. Kopplin kämpft immer noch mit den Nachwirkungen seiner Leisten-OP.
Dafür werden die kommenden Tage umso interessanter. Denn durch den Meniskuseinriss von Daniel Haas wird Glinker zum Saisonstart wieder im Tor stehen. Und – so ein Eingriff kann eine mehrwöchige Pause nach sich ziehen – vielleicht sogar mehr als das ...
„Ich will jetzt alles dafür geben, dass wir einen erfolgreichen Start hinlegen. Und dann werden wir mal weitersehen. Ich mache mir da keinen Kopp. Das ist dann abhängig von meiner Leistung“, sagt Glinker zu der Frage, ob er sich jetzt reelle Chancen ausrechnet, die Nr. 1 von Haas zurückzuerobern.
Fast scheint es so, als hätte Glinker eine Voodoopuppe. Jedes Mal, wenn ihm ein Konkurrent vor die Nase gesetzt wird, fällt der über kurz oder lang verletzt aus. Carsten Busch kann ein Lied davon singen. Marcel Höttecke auch. Jetzt Haas. Glinker: „Könnte man fast glauben mit der Voodoopuppe. Ist aber nicht so“, so der Unioner des Jahres 2012. „Es tut mir leid für Daniel. Mit so einer Scheiße auszusetzen, ist blöd, das gönnt man keinem.“

Natürlich ist ihm Berlin nicht fremd. Selbst im Exil in Frankfurt hatte er die Heimat immer dabei. Benny Köhlers rechten Unterarm ziert die Skyline der Hauptstadt als Tattoo. Auch über Union war der Neuzugang immer im Bilde. Mehr...
