Die Haupttribüne im Stadion an der Alten Försterei ist Geschichte. Die Baugenehmigung für das neue Schmuckstück im Wohnzimmer des 1. FC Union kam in der vergangenen Woche. Alles im Lot bei den Eisernen. Nur der Lottozuschuss von drei Millionen Euro ist noch nicht genehmigt.
„Wir rechnen bis Januar mit einer Bewilligung“, meinte Präsidiumsmitglied Dirk Thieme noch im November. Das war kurz nach der Präsentation des Finanzierungsplans für den heiß ersehnten 15-Millionen-Neubau in der Alten Försterei. Dabei hatte Union-Boss Dirk Zingler zur Überraschung vieler auch einen Zuschuss aus Lottogeldern in Höhe von drei Millionen Euro präsentiert.
Doch so einfach ist das nicht mit den Geldern aus der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Der Verein muss nachweisen, dass er die Mittel nur für den genehmigten Zweck und einen gewissen Eigenanteil aufbringt. Kein Problem für Union. Schwierigkeiten macht, dass die Lottoförderung eigentlich nicht für Belange von Profiklubs gedacht ist. Union plante deshalb, auch einen Teil des Nachwuchsleistungszentrums in die Haupttribüne zu integrieren.
Wie der KURIER aus Vereinskreisen erfuhr, versuchen die Eisernen schon länger, eine komplett eigene Finanzierung auf die Beine zu stellen und damit gar nicht erst angreifbar zu werden. Am sinnvollsten wäre ein Neuantrag nur für das Nachwuchsleistungszentrum.
Das würde auch erklären, warum der Vorgang im Berliner Abgeordnetenhaus noch gar nicht diskutiert wurde. „Bisher waren Lottogelder für den Bau der Haupttribüne des Stadions an der Alten Försterei kein Thema im Sportausschuss“, stellt Andreas Baum, sportpolitischer Sprecher der Piratenfraktion klar.

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