Montag, 18.30 Uhr. Essener Hafenstraße. Ein Hexenkessel wartet auf den 1. FC Union in der ersten DFB-Pokal-Runde. Und Trainer Uwe Neuhaus grübelt: Wer soll beim Revierklub die Kohlen aus dem Feuer holen? Genauer gesagt: Wer soll den Kasten der Eisernen rein halten: Daniel Haas, die etatmäßige Nummer 1? Oder doch Jan Glinker, sein Stellvertreter?
Es ist nicht unüblich, dass dem Reserve-Keeper während einer Saison das eine oder andere Bonbon gegeben wird. Seit Jahren hält es Uwe Neuhaus so, dass im Cup und in der Liga im Kasten abgewechselt wird. Nur zur Erinnerung: In der Vorsaison starteten die Köpenicker mit Marcel Höttecke als Stammkraft, Glinker – seinerzeit die Nummer 2 hinter dem Ex-Dortmunder – rückte in Essen ins Tor. Dass er sich wenige Wochen später doch wieder als neue Nr. 1 etabliert hatte, war dem Verletzungspech des blonden Hünen Höttecke geschuldet. Und einer deutlichen Leistungssteigerung des Union-Eigengewächses Glinker.
Und diesmal? Wiederholt sich die Geschichte? „Ich denke seit Montag darüber nach, bin aber noch zu keinem Entschluss gekommen“, mauert Neuhaus. Noch am Dienstag bekannte er sich auf dem Fantreffen eindeutig zu Haas als Nr. 1, legte seine Gründe dafür dar. Ergo wäre ein Trostpflaster für Glinker logisch.
Doch so einfach ist die Sache nicht. Ein erneutes Scheitern gegen den Viertligisten können sich die Köpenicker nicht leisten. „Wir müssen diese Gelegenheit zur Revanche nutzen“, forderte der Coach der Eisernen. Mit anderen Worten, es ist nicht die Zeit für große Experimente.
Wieder einmal eine Pleite für die Eisernen in der ersten Runde des DFB-Pokals.
Foto: dpaDass er bisher weder mit Haas noch mit Glinker darüber gesprochen hat, ist ein weiteres Indiz dafür, dass alles bleibt wie gehabt. Zumal Haas durch seine Meniskusverletzung in der Vorbereitung auch noch Matchpraxis braucht, um das letzte bisschen Können aus sich herauszukitzeln.

Die Verlängerung seines auslaufenden Vertrages hängt ganz eng vom Erfolg der Eisernen ab. Mehr...
