Es sind die Dinge, die Trainer Uwe Neuhaus so gar nicht liebt. Wenn von außen Unruhe in die Mannschaft getragen wird. Doch es gibt Sachen, da kann auch der 1. FC Union nichts daran ändern. Denn wenn ein Bundesligist die Finger nach einem seiner
Kicker ausstreckt, muss er sich wohl oder übel damit befassen. Wie jetzt im Fall Chinedu Ede!
Der FSV Mainz hat einen Plan. Und der ist mächtig gewaltig! Unions Flügelflitzer, der dank Uwe Neuhaus endlich den Durchbruch im Profizirkus geschafft und noch einen Vertrag bis 2015 hat, soll zu den Rheinhessen (bis 2016) wechseln. „Stimmt, Mainz verhandelt mit uns. Aber es gibt noch Millionen Kleinigkeiten zu klären, bis wir uns einig sind“, so Union-Pressesprecher Christian Arbeit.
Millionen Kleinigkeiten ist gut gesagt. Mainz bietet rund eine Million Ablöse, Union möchte erst bei 1,4 Millionen schwach werden. Denn rein sportlich gesehen, wäre ein hoher Substanzverlust zu beklagen.
Mit sieben Toren und zwölf Assists lag der Vollblutmusiker auf Rang zwölf der Top-Scorer. Ein toller Wert für einen offensiven Mittelfeldspieler. Michael Parensen könnte zwar seinen Platz auf dem linken Flügel übernehmen. Aber der ist in Sachen Abschlussgenauigkeit ein Waisenknabe.
Union will Ede den Sprung nicht vermasseln. Zumal ihm wohl mündlich in Aussicht gestellt wurde, bei einer Bundesliga-Anfrage darüber nachzudenken. Aber das Schmerzensgeld muss stimmen, wenn man ihn ziehen lässt. Damit die Kriegskasse gut gefüllt ist.
Wo einer geht, ist Platz für Neue. Union hält sich zwar noch bedeckt, aber der nächste Zugang ist im Anflug. Roberto Puncec, 20-jähriger Innenverteidiger von Maccabi Tel Aviv ist im Anflug auf Berlin (KURIER berichtete exklusiv). Samstagabend soll der mehrfache kroatische Junioren-Nationalspieler mit Europa-League-Erfahrung in Berlin landen, für ein Jahr auf Leihbasis an der Wuhle spielen. Offiziell gemacht werden soll der Deal am Sonntag nach erfolgter Unterschrift.
Schließlich kennen die Köpenicker all die Wirrnisse des Transfermarktes. Es gab ja schon Fälle, dass einer in den Zug steigen wollte, um zu einem Klub zu fahren, nur um dann auf dem Absatz kehrt zumachen. Sowie seinerzeit bei Angreifer Shergo Biran, der eigentlich auf dem Weg nach Erfurt war, ehe die Eisernen ihn plötzlich verpflichteten.
Zukunftsmusik. Aber auf einmal spielen Namen eine Rolle, über die der 1.FC Union zuletzt nicht nachgedacht hat. Zumindest nicht intensiv. Charles Takyi beispielsweise, der St. Pauli den Rücken gekehrt hat. Weniger aber Sandro Wagner. Der aus der Bayern-Schule hervorgegangene Angreifer ist an der Weser in Ungnade gefallen. Wäre zwar ein Top-Mann für Zweitliga-Verhältnisse, aber Uwe Neuhaus ist ja bekannt dafür, dass er sehr viel Wert auf innerbetriebliche Harmonie legt. Da passt Wagner nicht so gut in Bild.

Sonntag, 13.30 Uhr – Peter „der Große“ Neururer (58) gegen Uwe „den Ewigen“ Neuhaus (53). Oder Lehrer gegen Schüler. Dabei trennen die beiden Trainer nur knapp fünf Lebensjahre. Mehr...

Aber an alter Wirkungsstätte möchte er trotzdem zum Spielverderber werden. Mehr...
