Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die schiefgehen. So wie die Sache mit dem Union-Logo auf Björn Kopplins Turnhose. Das steht nämlich Kopf. „Und das nur bei mir“, musste der 23-Jährige schmunzeln. Hat aber auch einen Vorteil: Wenn er jetzt an sich selber runterguckt, kann er sofort erkennen, für welchen Klub er spielt.
Kleiner Scherz. Als ob der Blondschopf das nicht selber nur zu genau wüsste. Schließlich kennt er Union. Von Kindesbeinen an! Von hier aus brach er vor acht Jahren auf, um Profi zu werden. Kopplin ging nach München zum großen FC Bayern, wurde mehrfach in die Jugendnationalmannschaften berufen und landete vor zwei Jahren beim VfL Bochum.
Jetzt ist der verlorene Sohn heimgekehrt. Und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Das hat sich hier alles ganz schön verändert. Das Stadion. Die neuen Trainingsplätze, die große Sporthalle und die Kunstrasenplätze. Da ist „ne Menge passiert.“ Zwar war er durch seine Mutter Susi, die gute Seele der U23, immer auf dem Laufenden. Doch es selber hautnah zu erleben, ist schon eine etwas andere Hausnummer.
Doch Kopplin fallen noch viel mehr Veränderungen auf. Im Umfeld, in der Stadt. „Überall sind neue Häuser. Ständig wird irgendwo gebaut. Berlin lebt“, stellte der 60-fache Zweitligaspieler fest.
Berlin hat sich verändert. Du dich aber auch, Björn. „Stimmt. Früher habe ich selber in der Kurve gestanden und die Spieler angefeuert. “, erinnert sich der Abwehrspieler an seine Jugendtage zurück. Heute steht er auf dem Rasen, bzw. will stehen. „Davon gehe ich mal aus, wenn ich wieder richtig fit bin. Schließlich wollte Neuhaus mich ja. Ich muss nur das abrufen, was ich kann.“
Ein externer Zugang hat bei nahezu allen Klubs der Welt eine andere Gewichtung als ein Eigengewächs. So wie beispielsweise ein Christoph Menz, mit dem Kopplin noch in der Jugend bei Union zusammen gespielt hat. Talente aus dem eigenen Stall haben es gemeinhin schwerer. „Ich bin ja jetzt kein Eigengewächs, sondern komme als Profispieler zurück“, glaubt er schon an eine veränderte Rollenverteilung. Jetzt muss er dieser Rolle nur noch Nachdruck verleihen.
Unions angeschlagene Spieler Björn Kopplin und Daniel Haas radelten mit Physio Hendrik Schreiber. Haas wurde am Montag am Meniskus operiert. Kopplin kämpft immer noch mit den Nachwirkungen seiner Leisten-OP.

Natürlich ist ihm Berlin nicht fremd. Selbst im Exil in Frankfurt hatte er die Heimat immer dabei. Benny Köhlers rechten Unterarm ziert die Skyline der Hauptstadt als Tattoo. Auch über Union war der Neuzugang immer im Bilde. Mehr...
