1. FC Union
Der 1. FC Union ist Berlins Fußballverein aus Köpenick. Alle Infos zum Team und zur Saison der Eisernen. Die KURIER-Sportredaktion berichtet hautnah aus der alten Försterei

Berliner KurierSport 1. FC Union
Montag, 2. Juli 2012

Neue Nr. 1 der Eisernen: Haas weiß, wie Glinker leidet

Von M. Bunkus

Unions neuer Stammtorhüter Daniel Haas beim Warmmachen zusammen mit Torwartrainer Holger Bahra und seinem Vorgänger als Nr. 1, Jan Glinker (v.l.).
Unions neuer Stammtorhüter Daniel Haas beim Warmmachen zusammen mit Torwartrainer Holger Bahra und seinem Vorgänger als Nr. 1, Jan Glinker (v.l.).
Foto: dpa
Berlin –  

Es gibt viele kleine Momente, die über das Wohl und Wehe einer ganzen Saison entscheiden. So einer könnte sich beim 1. FC Union abseits des grünen Rasens abgespielt haben. Im Lauftrainingslager der Eisernen auf Rügen. Genauer gesagt im Restaurant Bernstein im Seehotel „Binz-Therme“. Da ging Daniel Haas demonstrativ auf seinen Vorgänger als Nr. 1, Jan Glinker, zu, setzte sich mit Absicht zu seinem Torhüter-Konkurrenten an den Tisch.

Haas weiß als alter Fahrensmann nur zu genau: Eine Eiszeit zwischen den Torhüter, so wie zwischen Glinker und Marcel Höttecke, ist alles andere als leistungsfördernd. „Das hilft nicht. Wir profitieren alle davon, wenn wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig pushen. Da sind wir, denke ich, ein gutes Quartett“, bezog er ausdrücklich auch Torwarttrainer Holger Bahra und Unions Nr. 3, Kilian Pruschke, mit ein.

Schulterklopfen mit Silvio und Trapp: Haas versteht sich mit den Neu-Kollegen.
Schulterklopfen mit Silvio und Trapp: Haas versteht sich mit den Neu-Kollegen.
Foto: City-Press

„Natürlich bemühe ich mich um ein gutes Verhältnis. Ich weiß doch genau, was Jan fühlt. Mir ist es doch selber zweimal so ergangen.“ Nur zur Erinnerung: Eine Verletzung kostete ihn, den Aufstiegshelden der TSG, den Stammplatz in Hoffenheim. Dort wurde ihm nach seiner Genesung erst Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand und später der Ex-Duisburger Tom Starke vor die Nase gesetzt. Eine Erfahrung, die ihn prägte.

Und so versucht er beizeiten, Öl auf die Wogen zu gießen. Beispielsweise bei der Sache mit der Rückennummer. „Ich bin auch sofort zu Jan gegangen und habe ihm gesagt, dass ich mir nicht die Eins gewünscht habe. Das wollte der Trainer so.“ Eine kleine Geste. Aber eben nicht die einzige.

Auch sonst scheint Haas voll auf der Höhe der Zeit zu sein. Nach wie vor steht er zu seinen Äußerungen, dass er mit Union vor Hertha landen möchte. Was nichts mit Größenwahn zu tun habe. „Wenn in einer Stadt eine Rivalität herrscht, sollte man sie auch annehmen. Alles andere wäre unglaubwürdig. Das heißt jetzt aber nicht, dass die Saison nur aus Hertha besteht und wir alles andere darüber vergessen.“

Denn: Natürlich will er zurück in die Bundesliga. Nicht unmittelbar, aber bald. „Ich denke, dass Union einiges Potenzial hat. Hier entwickelt sich etwas. Das war der Reiz für mich, hier zu unterschreiben.“

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