Er kann das neue Jahr zehn Stunden früher begrüßen als seine alten Kollegen vom 1. FC Union. Doch viel Freude wird Jerome Polenz daran nicht haben. Denn wenn andere Berliner ihren Neujahrs-Kater gepflegt pflegen, muss der 26-Jährige malochen. In Australien wird durchgespielt.
Seit Saisonbeginn tummelt sich Polenz in Down Under beim neu gegründeten A-League-Klub Western Wanderers Sydney. Und am 1. Januar steht für seinen Klub das nächste Heimspiel gegen den Tabellennachbar Melbourne Victory an. Ein Sieg und die Wanderers machen nach anfänglichen Startschwierigkeiten einen weiteren Schritt Richtung Meisterrunde.
Nationalspieler Bastian Schweinsteiger von Bayern München vor dem Testspiel in Delhi scherzhaft auf die Frage, was er von indischem Essen und den Frauen in Indien halte.
Polenz hat seinen Wechsel auf den fünften Kontinent keine Sekunde bereut. Zwölf von 13 Spielen stand er in der Startelf. Im Derby gegen den FC Sydney waren 25.000 Zuschauer dabei. „Von der Begeisterungsfähigkeit der Fans hier war ich schon überrascht“, gab Polenz zu. Fußball ist bei den Aussies ja alles andere als die Sportart Nr. 1.
„Am Anfang hatte ich nur gedacht, ich schaue mir das ganze Mal ein Jahr an. Doch jetzt kann ich mir sehr gut vorstellen, noch länger hier zu spielen“, meint der Ex-Unioner.
Am Boxing-Day wurde Polenz erstmals geschont. Dabei war er am Spieltag zuvor nach dem 6:1 gegen den Tabellenzweiten Adelaide erstmals für die Elf des Tages nominiert. Da würde er sich gerne zum Start des neuen Jahres wiederfinden.
Tausende Union-Fans stimmten sich am Sonntag mit dem traditionellen Weihnachtssingen auf die Festtage ein.
Foto: City-Press GbR

Natürlich ist ihm Berlin nicht fremd. Selbst im Exil in Frankfurt hatte er die Heimat immer dabei. Benny Köhlers rechten Unterarm ziert die Skyline der Hauptstadt als Tattoo. Auch über Union war der Neuzugang immer im Bilde. Mehr...
