Ob denn endlich ein Anruf aus Dublin gekommen ist? Patrick Kohlmann musste lachen. „Zum Thema Nationalelf sage ich nichts mehr“, grinste der Halb-Ire vor sich hin. Doch auch ohne einen Anruf von Irlands Auswahl-Coach Giovanni Trapattoni war Unions linker Verteidiger nach dem 2:0 gegen Aachen bester Laune!
Kohle – in Fachkreisen aufgrund seiner Herkunft gerne Paddy O’Kolleman genannt – erfreuten nicht nur die drei Zähler, durch die sich die Eisernen in der oberen Hälfte der Tabelle gemütlich gemacht haben. Der ehemalige irische U21-Nationalspieler hatte sich vom Aachen-Match ein feines Souvenir mit nach Hause genommen. Das Jersey mit der 37 auf dem Rücken, die Arbeitskleidung eines Sommermärchen-Heldens – das Trikot von David Odonkor!
„Wir haben nach dem Spiel in der Kabine getauscht. Auf dem Feld wollte er nicht“, so Kohlmann. „Ich habe mich auf jeden Fall riesig gefreut, ihn wieder zu sehen. Wir haben ja sieben, acht Jahre zusammen bei Borussia Dortmund gespielt.“
Nicht nur das! 2004 fanden sich beide auch auf dem offiziellen Mannschaftsfoto des Bundesligisten wieder, ehe sich die Wege allmählich trennten. Nun also das Wiedersehen an der Alten Försterei.
„Ich wusste, was auf mich zukommt. Odonkor ist ja sauschnell. Aber wie man gegen ihn spielen muss, weiß ich halt auch“, freute sich Kohle darüber, dass Odonkor eben nicht wie bei der WM 2006 beim 1:0 im Gruppenspiel gegen Polen munter durchbrechen und einem Kollegen erfolgreich auflegen konnte.
Für Kohle war es ein fast perfektes Spiel. Das persönliche Duell gegen den alten Kumpel gewonnen. Hinten die Null gehalten („Das erfreut Abwehrspieler ebenso wie Stürmer eigene Tore. Das ist einfach gut fürs Selbstvertrauen“) und drei Punkte mehr auf dem Konto.
Fehlt nur noch ... „Wenn der Anruf aus Irland käme, ich würde sofort hinfahren.“ Manchmal bleiben eben doch noch kleinere Wünsche offen.

Alle Spieler beim 1. FC Union sehnten das Saisonende herbei. Alle? Nein, Steven Skrzybski (20) bestimmt nicht. Mehr...
