Was ein Krimi! Was für eine Achterbahn der Gefühle! Zunächst sah der 1.FC Union beim 1.FC Kaiserslautern nach einer 2:0-Führung schon wie der sichere Sieger aus. Dann lag man sechs Minuten vor dem Abpfiff scheinbar geschlagen am Boden. Doch Marc Pfertzel rettete mit einem satten Knaller den Eisernen das verdiente Remis! 3:3 (0:0) am Betze. Was für ein Knaller zum Auftakt.
Trainer Uwe Neuhaus wäre nicht Uwe Neuhaus, wenn er nicht immer eine Überraschung in petto hätte. Die Nominierung von Maurice Trapp für Patrick Kohlmann in der Startelf war es aber nicht. Die war einer Bauchmuskelzerrung des Deutsch-Iren geschuldet. Aber dass Tijani Belaid statt Kapitän Torsten Mattuschka am Betze von Beginn an aufdribbelte, ließ Freund (am Anfang) wie Feind (fast 90 Spielminuten lang) staunen.
„Erst waren wir auf der Siegerstraße, dann mausetot, und am Ende haben wir doch noch einen Punkt geholt. In der ersten Halbzeit haben wir gut und konzentriert verteidigt, die Räume eng gemacht. Nach der Pause war der Auftakt optimal. Parensen trifft den Ball wunderbar mit dem Außenrist. Dem zweiten Tor ging ein toller Pass von Belaid voraus.“
Die Hausherren so sehr, dass vom befürchteten Offensivfeuerwerk wenig zu sehen war. Gut, Union musste schon etwas ackern hinten. Lauterns Idrissou profitierte von einem krassen Fehlpass von Roberto Puncec, fand aber seinen Mister in Daniel Haas (8.). Bunjaku setzte die Kugel nach einem Zuckerpässchen von Zuck nur das Gebälk (17.).
Aber sonst? Ne, die Hausherren kochten zur Freude der Union-Fans nur mit Wasser. Schade nur, dass die Eisernen beim Thema Vorwärtsgang zunächst zu wenig Präzision an den Tag legten. Da hätte man den wenig sattelfest wirkenden Favoriten richtig ärgern können. Belaids Fernversuch (13.) wäre ohne Fangnetze allenfalls ein hübsches Souvenir für die hinter dem Tor stehenden FCK-Fans geworden. Und bei Michael Parensens Schussversuch von der Strafraumgrenze bekam Simon Terodde den Abpraller nicht richtig auf den Schlappen (37.).
Bemühen war ja da. Aber jedem Eisernen hätte klar gewesen sein müssen, dass man mit Nadelstichen auch piksen muss, wenn man am Ende auf dem Betze nicht bestraft werden will. Musste Uwe Neuhaus den Seinen in der Halbzeitpause auch irgendwie verklickert haben. Kaum wieder angepfiffen, nahm sich Parensen nach feinstem Zuspiel von Belaid ein Herz und hämmerte die Kugel zum 1:0 ins rechte lange Eck (47.). Hatten die Union-Fans bei Belaids Konter den erneuten Torschrei schon auf den Lippen (52.), der aber von Sippels Parade erstickt wurde, wurden sie 120 Sekunden später belohnt. Patrick Zoundi stellte mit dem 2:0 (54.) die Weichen auf Sieg.
Dachte man zumindest. Doch Idrissous Kopfballhammer (58.) machte es wieder richtig spannend. Ausgerechnet Mo! Der hatte Union doch schon im Vorjahr arg gequält. Diesmal allerdings brauchte er zuvor ein klares Foul, um Puncec aus dem Weg zu räumen.
Korrekt dann Idrissous 2:2 nach 72 Minuten. Der Ex-Frankfurter traf noch mal per Kopf. Ab jetzt war Zittern angesagt! Der Betze ist nicht umsonst gefürchtet. Die Roten Teufel stürzten die Eisernen dann scheinbar auch in die Hölle. Zucks 3:2 (84.) schien alle Arbeit zunichte zu machen. Doch dann rettete Pfertzel den Abend quasi mit dem Schlusspfiff! Und die eisernen Spieler durften mit den eisernen Fans den Punkt auf der Achterbahn feiern.
